Musik für die Jupiter Umlaufbahn

30 08 2010

Ich habe mal ein wenig Musik zusammen gesucht, die ich wohl hören wollte, wenn ich mich in die Jupiter Umlaufbahn schießen wollte. Möglicherweise taugt die Musik aber auch für diverse ander psychonautische Exkursionen. Grundsätzlich gibt es ja die ein oder andere Scheibe, die ausgesprochen gut ist. Ich meine davon einige zu besitzen. Viel schwieriger wird es dann aber wenn man durch das Verbinden der einzelnen Platten einen Musikfluss hinbekommen mag. Daher also eine Stimmung über den kompletten Musikzyklus in eine Richtung leiten will. Schwierig auch, daß es musikalisch nicht langweilig wird. Es muss also musikalische Abwechslung her, die aber auf keinen Fall mit dem davor gespielten brechen darf. Bei mir sind das nun 7 Alben geworden, die ein recht große Bandbreite an Genres abdeckt. Von Psychedelic über Hard Bob bis hin zu Modern Classic.

Section I: Initiierung

Goldmund – The Malady of Elegance http://www.discogs.com/Goldmund-The-Malady-Of-Elegance/release/1411618

Eine sehr meditative Scheibe und sehr minimalistisch Instrumentiert. Handelt sich eigenlich nur um ein Piano und eine homeopatische Menge an Elektronik. Sehr schöne Scheibe und abzuschalten, einfach von der Hektik des Alltags los zu lassen. Auf keinen Fall aber mit „Meditationsmusik“ zu vergleichen. Vielmehr eine sehr intime Athmosphäre, die das Piano da erzeugt. Und ich meine da jetzt nicht knisternde Erotik.

Section II: Los gehts

Hall of Fame – Paradise Now http://www.discogs.com/Hall-Of-Fame-Paradise-Now/release/1615864

Ein wenig mehr Atonalität als zu vor. An der Leichtigkeit von zuvor angelehnt, aber schon deutlich komplexere Arrangements. Wo die Strukturen vorher noch deutlicher zu vernehmen waren, ist Hall of Fame hier schon deutlich verworrener und verspulter. Trotzdem noch absolut harmlos. Keine Ecken und Kanten; sehr organische Musik.

Section III: Eintritt in den Orbit

LSD and the Search for God – Same http://www.discogs.com/LSD-And-The-Search-For-God-LSD-And-The-Search-For-God/release/1968620

Die Verworrenheit nimmt zu. Noch nicht zu energetisch und komplex. Klingt nach Schlirren und Fäden. Dazu ein sehr harmonischer Gesang netter Menschen. Genau die richtige Musik um entspannt im Orbit an zu kommen und dort abgesetzt zu werden. Die Scheibe gewinnt gegen Ende an crazyness.

Section IV: Rendezvous im Asteroidenfeld

Badun – Same http://www.discogs.com/Badun-Badun/release/1009782

Komplexität, eckig, kantig und sperrig. Umfassende geometische Muster, die sich Falten, verschachteln, verästeln und sich auf dem Weg zur Unendlichkeit vereinen; die sich aber auch oft im Wohlgefallen auflösen.

Section V: Die Auflösung

John Coltrane – Impressions http://www.discogs.com/John-Coltrane-Impressions/release/1896053

Emotionalität. Kaum eine Platte hat genau das an Ausdruck und „Woah, mir fehlen die Worte!“ wie diese. Zumindest trifft das auf das Stück „India“ zu. Genau das Stück ist der Grund, wieso auf dieser Reise das Stück hier an der Stelle gespielt werden sollte.

Section VI: Der ganze Cosmos

Murcof – Cosmos http://www.discogs.com/Murcof-Cosmos/release/1017320

Jupiter noch nicht genug? Nicht genug Platz da? Wieso nicht gleich alles? Murcof hat mit Cosmos wirklich einer der wichtigen Platten des frühen 2100 Jahrhunderts geschaffen. Elektonisch mit unglaublich viel Raum. Exterem groß und Dinge passieren da. Unvorstellbar.

Section VII: Ende der Reise

The Alps – Le Voyage http://www.discogs.com/Alps-Le-Voyage/release/2276729

Eigentlich könnte diese Platte auch genau zu Anfang gespielt werden. Hiermit schließt sich also der Zyklus. Ist eine recht neue Platte in meiner Sammlung. Ich finde diese Platte beschreibt eine recht witzige Reise durch die Welt. Sehr schön mit viel Phantasie gemacht.

Ich hoffe diese Auswahl in der Reihenfolge kann auch andere begeistern. Viel Spaß. 🙂





Brian Eno – Small Craft On A Milk Sea

24 08 2010

Brain Eno auf Warp. Ein paar Kumpels hat er auch noch eingepackt. Wie man auf Tiny Mix Tapes lesen kann eine Kollaboration zwischen Eno selbst und Jon Hopkins sowie Leo Abrahams. Eigentlich schon wegen Eno auf Warp muss man das kaufen, wenn man die Art von Musik mag. Jetzt ist die Preisgestalltung schon aber echt ne harte Nuss. Die Collectors Edition kostet schmale 350€. Die Limited 70€. Für weniger gibt es kein Vinyl.





Neue Scheiben

18 08 2010

Neulich bzw. nicht mehr ganz so neulich ist wieder eine ganze Menge an hörenswerte Musik raus gekommen. Oftmals kommen gute Scheiben eher nur kleckerweise raus. Auf jeden Fall mal wieder gut eingekauft. Also kommt mir gerade sehr komprimiert vor.

Zum Einen ist da die neue Land of the Kush. Monogamy heisst das Album. Ist musikalisch so im Fach „Arabic Psychedelic Orchestra“ zu finden.Viellicht ist noch ein wenig Free Jazz zu finden. Aber diese abgedrehten Ausritte sind ja auch im Psychedelic zu finden. Das es ein 20 köpfiges Orchester ist,ist eigentlich erst mal nicht so Vordergründig. Musikalich dreht es sich um Arabisch beeinflusste Themen und Grundstimmungen, die aber für das westliche Gehör nicht so arg fremd klingen. Eher sind es da die eben Ausritte in das Abgedrehte, die die Musik psychedelisch werden lässt. Das Stück „Tunnel Visions“ ist sehr treibend mit psychedelischer untermalung. Zerfällt zum Ende aber auch ins Chaos. Oder war es dann doch Free Jazz? Irgendwie sehr ausgefallen das.Ist auf jeden Fall ein wichtiges Album oder wird noch zu einem Solchen werden. Jetzt ist es aber so, dass die synthetische Stimme also eine synthetische zu benutzen imo ein wenig überstrapaziert wurde. Kann man aber mit leben. Rein hören kann man auf der Seite des Labels: http://cstrecords.com/cst066/

Die neue The Alps ist auch ein tolles Album. Le Voyage heißt das. Auch musikalisch eine Reise. Anders als das Album davor „III“ mehr ein musikalischer Strauß bunter Klangteppiche. Aber auch nur zwischen den Takten und hier und da mal ein Einschub. Das Muster des Teppichs sieht auch nach Orient aus. Auch so ein Album, daß man immer gerne wieder hört.

Dann gab es da noch die neue Kammerflimmer Kollektiv „Wildling“. Auch nicht mehr so Brandneu, aber großartig. Die haben es ja schon geschafft, dass Deutschland Radio die vorgestellt hat. Sehr wichtiges zeitgenössiges Album.

Mal was nicht so wirklich psychedelisches ist Menomena. Gerade das neue Album „Mines“ heraus gekommen. Das Album davor hatte so ein tolles Gimmik-Cover mit Drehscheibe. Das neue ist dagegen brot langweilig. Die Musik in den Rillen ist aber dafür besser. Ich habe eigentlich keine Ahnung wer der Sänger ist. Aber die Stimme klingt nach Blur. Auch die Musik geht so ein wenig da hin. Allerdings deutlich vielschichtiger. Die Musik kann man klasse nebenher laufen lassen. Allerdings viel zu schade für. Wenn man das Vordergründige hinter sich lässt, geht da doch sehr viel vor sich. Rhythmisch sehr abwechslungsreich. Dazu eine sehr innovative musikalisch Inszenierung.








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